Workshop 2020: Improvisation

Von: Martina Albertini | erstellt am: 17.11.2019

Workshop Improvisation

Franz Burkhard
Theaterregisseur und Theaterpädagoge.

Seit 25 Jahren arbeite ich abwechselnd mit Laien und professionellen Spielern und bin jedes Mal überrascht, wie weit man mit Laien kommt, wenn man sie professionell anleitet. Vor allem Jugendliche lassen sich durchs Spiel, genauer: durch das ernst gemeinte Spiel, dazu verleiten, die Welt und sich selbst mit immer neuen Fragen neu zu erkunden, und lustvoll an der Welt herumzudenken.

Fortbildungen für Lehrer

Grundkurs Improvisation


Methode ist eine an Stanislawski und Brecht angelehnte Entwicklung der bewussten Improvisation. Die Situation ist Ausgangspunkt für das wirklich spontane Erfinden von Haltungen. Dies ermöglicht dem Spieler, auf der einen Seite seiner Phantasie Raum zu geben, und konventionelle von unerwarteten Antworten zu unterscheiden, und auf der anderen Seite einen bewusst geführten, wiederholbaren Vorgang des Spiels zu entwickeln.
Die Fähigkeit zu Konzentration und Aufmerksamkeit wird geschult, und der Schüler lernt, dass unterschiedliche Reaktionen als plausibel empfunden werden können. Er erlebt sich als handelnde Figur, kann diese Figur bewusst gestalten, und dafür bewusst ästhetische Kriterien nutzen. Er kann nun sorgfältig seine Möglichkeiten erkunden, um innerhalb eines vorgeschriebenen Textes, eine Figur zu entwickeln. Im Improvisationskurs steht nicht das Gefühl, sondern das Handeln im Vordergrund. Durch das konkrete Handeln entstehen neue Situationen und Gefühle, die einer steten Veränderung unterliegen.

Inszenieren mit Laien


Den Schauspielern werden keine Handlungen, Gesten oder Gänge vorgeschlagen, sondern Situationen werden hergestellt, in denen die Spieler sich gegenseitig überraschen. Dadurch gelingen ihnen spontan, also improvisiert, authentische Reaktionen. Der Spieler erlebt sich als Figur, die Sätze klingen, auch wenn es komplizierte klassische Texte sind, natürlich. Die Schüler verstehen jetzt den Text anders: sie versehen ihn mit Haltungen, d.h. jeder Satz meint etwas Konkretes, der Spieler handelt, ist körperlich. Durch die Wiederholung der Handlung werden auch die Gefühle zuverlässig wiederholbar. Es entsteht ein lebendiges, echtes Spiel.